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Zum Ende der Seite springen Armenien
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Namenlos Namenlos ist weiblich
Kaiserin


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Armenien Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

5 Tage hab ich in Armenien verbracht.
Irgendwie entfällt mir immer, was ich dazu schreiben könnte, sobald hier das Textfenster offen ist. Aber ihr könnt ja Fragen stellen, falls euch was interessiert.
Und sonst einfach bloß ein paar Fragmente:

#Armenien ist ein christlich-katholisches Land, welches den Papst in Rom nicht anerkennt und stattdessen einen eigenen hat.
#Die Grenzen zu zwei von vier benachbarten Staaten sind zu (nämlich die zur Türkei und die zu Aserbaidschan; offen sind die Grenzen nach Georgien und in den Iran).
#Das Land hat 3 Mio. Einwohner, wovon ungefähr die Hälfte in der Hauptstadt (J)Eriwan leben.
#Der Kontrast zwischen dem Stadt-Leben (was relativ westlich geprägt ist) und dem Land (wo es sich wohl so lebt, wie in Deutschland um 1900, mit dem Unterschied, dass die meisten Häuser immerhin Strom haben, sofern die abenteuerlichen Leitungen denn funktionieren) ist beeindruckend.
#Ich bin das erste Mal in meinem Leben durch ein Kriegsgebiet gefahren und das war ziemlich bewegend. Zwischen Armenien und Aserbaidschan herrscht seit 1992 sowas wie Krieg, jedenfalls im Grenzgebiet, weil ein Teil, der dem Völkerrecht nach immernoch zu Aserbaidschan gehört, entschieden hat, eine unabhängige Republik zu werden, welche faktisch aber irgendwie zu Armenien gehört. Das hat auch dazu geführt, dass die Türkei in Solidarisierung mit Aserbaidschan die Grenzen geschlossen hat.
#Um die CO2-Bilanz dieses Urlaubs auszugleichen, müsste ich vermutlich ein Jahr kalt duschen und von Photosynthese leben. Oder so.
#Die Währung in Armenien nennt sich "Ram", was übersetzt einfach bloß Geld heißt. Es gibt auch keine Cents oder so, sondern einfach nur Ram. Fünfhundert Ram entsprechen einem Euro.
#Vielleicht mag ich irgendwann nochmal da hin. Aber dann mit mehr Zeit und weniger Westlichkeit, weniger Tourismus und mehr passieren lassen.

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22.06.2014 21:54 Namenlos ist offline E-Mail an Namenlos senden Beiträge von Namenlos suchen Nehmen Sie Namenlos in Ihre Freundesliste auf
DerBoeseWicht
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Wow, ich kann mir vorstellen, wie eindrucksvoll und verwirrend das war. Irgendwo "weiß" man ja, dass es andere Kulturen gibt, aber etwas zu "wissen" und dann wirklich selbst zu erleben, wie diese zwischen Bergen und Feinden einkekästelten Menschen ihre eigene Religion haben, ihre eingenen Ansichten vertreten und ihren eigenen Weg gehen, und zwar nicht einzeln als Individuen, wie man das von hier kennt und irgendwie unbewusst auch dem Rest der Welt zugrunde gelegt hat, sondern als kulturell geschlossene Gruppe, das ist doch etwas anderes und irgendwie, obwohl man es ja eigentlich "weiß", doch überraschend. Ich beneide Dich um diese Erfahrung.

Was genau macht denn die Freundin von Deinem Vater dort?

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26.06.2014 12:41 DerBoeseWicht ist offline Beiträge von DerBoeseWicht suchen Nehmen Sie DerBoeseWicht in Ihre Freundesliste auf
cricri cricri ist weiblich
Aprilscherz


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RE: Armenien Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Also ich bewundere dich Namenlos - du traust dich wirklich was! Hut ab Daumen hoch

Find deine Fragmente von diesem Land sehr intressant und auch beeindruckend!

Hattest du in irgendeiner Situation dort mal Angst?
Was macht deiner Meinung nach das Land aus [soweit du das nach 5 Tagen sagen kannst]?
29.06.2014 15:11 cricri ist offline Beiträge von cricri suchen Nehmen Sie cricri in Ihre Freundesliste auf MSN Passport-Profil von cricri anzeigen
Namenlos Namenlos ist weiblich
Kaiserin


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@BöseWicht: Ja, den Kollektivismus in dem Land hat man irgendwie tatsächlich gemerkt. In der Stadt irgendwie weniger (bzw. weniger im Alltag; traurigerweise hab ich einen unerwarteten & recht heftigen Todesfall "mitbekommen" während ich dort war und entsprechend auch einigermaßen die Trauer-Rituale - da hat man das Zusammengehörigkeitsgefühl auch wesentlich stärker gemerkt, als in unserem EU-Ländle hier), aber auf dem Land waren für mich viele Beobachtungen ziemlich berührend, weil sie so sehr das Wir-Gefühl der Familien ausgedrückt haben.


@Cricri: Mein Papa ist m.E. einige Male relativ verantwortungslos Auto gefahren. Da hatte ich sowas wie Angst. Augenzwinkern Und ich war in einem riesigen Konzertsaal, bei dem die Türen nach Konzertbeginn von außen zugeschlossen werden, um Personalkosten zu sparen (damit keiner mittendrin rein geht ohne eine Karte zu haben und so). Da hatte ich ein ungutes Gefühl wegen der Brandschutzbedingungen. Ziemlich deutsch. großes Grinsen
Was Armenien ausmacht? Hm. Keine Ahnung. Die Menschen. Irgendwie wirkte die Lebensweise auf mich improvisierter und genügsamer. Aber ob das stimmt, weiß ich nicht. Das ist bloß mein touristischer Blick auf die Verwendung von Autotüren als Gartentor und von Friedhöfen als Weideort für Schafe, Kühe, Ziegen. Augenzwinkern

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30.06.2014 13:32 Namenlos ist offline E-Mail an Namenlos senden Beiträge von Namenlos suchen Nehmen Sie Namenlos in Ihre Freundesliste auf
DerBoeseWicht
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Ich meine nicht unbedingt das stärkere Gruppengefühl (obwohl das bstimmt auch bemerkenswert war), sondern die Tatsache, dass es überhaupt sowas wie kulturell homogene Gruppen gibt. Ich versuche es mit einem Beispiel:

Mir hatte mal ein polnischer Dozent erzählt, dass sie Mitte der der neunziger Jahre aufgrund von irgendeinem Austauschprogramm eine Besuchergruppe aus Frankreich hatten. Das Problem tauchte am Flugplatz in Polen aus, als sich herausstellte, dass kein einziger einen Reisepass dabei hatte. Ich selbst habe es erlebt, 2003 oder 2004 war das, dass ich mit einer jungen Londonerin im Zug nach Prag saß und sie an der Grenze wieder umkehren musste, weil das einzige ausweisähnliche Dokument, das sie bei sich hatte, ihr Führerschein (?!) war. Die tschechischen Grenzer haben das natürlich nicht akzeptiert.

Die große Mehrheit der Westeuropäer hat überhaupt keine Vorstellung mehr davon, was eine Grenze eigentlich bedeutet. Auch die "offene Grenze" nach Russland und Iran musst Du Dir so vorstelllen, dass man da, nachdem man sich Wochen vorher um den Papierkram gekümmert hat, erstmal mehrere Stunden mit dem Auto ansteht um dann, je nach Laune der Grenzer, entweder durchgewunken zu werden oder mehrere Stunden gründlich durchsucht (Auto, Gepäck) wird, bevor man einreisen darf. Das war es, was Mitte der Neunziger Jahre für einen Polen so selbstverständlich war, dass er nicht im Traum daran gedacht hätte, dass jemand ernsthaft ohne Reisepass auftauchen könnte, und für einen Franzosen so unvorstellbar, dass kein einziger mal auf den Gedanken gekommen ist wenigstens danach zu fragen.

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30.06.2014 18:33 DerBoeseWicht ist offline Beiträge von DerBoeseWicht suchen Nehmen Sie DerBoeseWicht in Ihre Freundesliste auf
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Haudegen


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@namenlos Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Ich lese das gerade hier und bekomme irgendwie Reislust. Hab jetzt mal ein bisschen was über das Land gelesen und werde immer faszinierter. Aber wenn ich mir die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes so durchlese, komme ich schon in's Grübeln. Allerdings war ich Anfang 2011 auch in Ägypten, von daher ... smile

Wie war das denn vor 3 Jahren dort? Hat sich das Land militarisiert/politisch angespannt angefühlt? Also hast du zB irgendwelche Demonstrationen mitbekommen? Kann natürlich bei der Lage heute in den Nachbarländern wieder vollkommen anders aussehen ...

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"Freedom feels like a first mistake." - John Bramwell

02.03.2017 12:20 cade. ist offline E-Mail an cade. senden Beiträge von cade. suchen Nehmen Sie cade. in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie cade. in Ihre Kontaktliste ein
Namenlos Namenlos ist weiblich
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Wie schön, dass du Reiselust bekommst. smile
Ich hab Armenien immernoch als wunderbares Land in Erinnerung und falls es mich mal nach Georgien verschlägt, werde ich auf jeden Fall auch nochmal nach Armenien weiterreisen.

Ich war auch im Aserbaidschan-Grenzgebiet und da haben sich Gewalt und Krieg irgendwie tatsächlich nah angefühlt.
In Bergkarabach war ich gar nicht und das würde ich auch auf jeden Fall vermeiden, weil es echt dumm laufen kann, wenn dir da irgendwas passiert. Soweit ich weiß, ist es dort zum Beispiel nicht möglich, an neue Ausweisdokumente zu kommen, falls deine geklaut werden.

Ansonsten spricht nach meiner Einschätzung aber nach wie vor nichts gegen eine Armenien-Reise und ich halte es für ziemlich sicher. smile Das auswärtige Amt klingt auch noch verhältnismäßig entspannt, find ich (hab allerdings auch nur grob drüber gelesen großes Grinsen Aber im Gegensatz zu Dingen, die ich über Bolivien letztes Jahr gelesen hab, klingt das fast wie eine Reiseempfehlung großes Grinsen )
Bedenken solltest du vlt noch, dass Kommunikation teilweise nur mit Kreativität und Gelassenheit klappt; Englisch spricht kaum jemand, aber Russisch-Kenntnisse wäre sicher von Vorteil. Außerhalb von Jerewan ist es eigentlich überall sehr ländlich - immer genug Bargeld mitnehmen.

Liebe Grüße! smile

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04.03.2017 23:31 Namenlos ist offline E-Mail an Namenlos senden Beiträge von Namenlos suchen Nehmen Sie Namenlos in Ihre Freundesliste auf
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